Faser & Papier 2030
Faser & Papier 2030
Nachwachsende Zukunft gestalten

Funktionale Renaissance für Papier

Auf dem vollzogenen Wandel zur Informationsgesellschaft basierende Arbeit führt zu geografischer Immobilisierung, Konzentration auf Megacitys. Neu konzipierte Großgebäude bieten Arbeitsplatz, Gesundheit, Ernährung, Kultur, Sport und Kommunikation. Dank steuerbarer Homogenität, chemisch- physikalischer Vorteile und vielseitiger Funktionalität spielt Papier dabei eine wichtige Rolle. „Nachhaltigkeit“ wurde Realität. Effektive Ressourcenschonung wird getragen durch Sharingmodelle sowie Vernunft: „Was brauche ich wirklich?“. Papier erlebt in vielen Bereichen funktionale Renaissance. Ist Hilfsmittel der Architektur, als Innen- oder Außenhaut von Häusern Werkstoff für ökologisches Bauen. Übernimmt Lebensqualität-Funktionen: Tapeten dienen als Bildschirm oder Sonnenenergiespeicher, optimieren Geruch, Luftfeuchtigkeit, Schallschutz. Erhöhte Umschlaghäufigkeit des Materials für zeitnahen Nutzen von Gegenständen ist nur mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz und daraus gewonnenem Papier ökologisch erzielbar.

Prämissen 2050

  • Mega-Citys sind dank moderner Mobilitätskonzepte, Energieeffizienz und hoher Flächennutzung die effizientesten Lebensräume.
  • Wegen hoher Bevölkerungsdichte gilt hier „Benutzen statt besitzen“. Viele Geschäftsmodelle wurden von Produktverkauf in Miet- und Sharing-Lösungen überführt, z.B. für Autos, Elektrofahrräder, Heimwerkermaschinen.
  • Gebäude und Infrastruktur tragen entscheidend zur lokaler regenerativer Energieerzeugung bei – etwa durch Photovoltaik an, Windenergie und Algenproduktion in Fassaden.
  • Nachhaltigkeitsaspekte bewirken eine verstärkte Nutzung von Regenwasser, Trennung von Versorgungssystemen für Trink- und Brauchwasser, Geothermie in Gebäuden.
  • Maßgeschneiderte Werkstoffe ersetzen Stahl, Dämmung erfolgt nun mit
    Hochleistungsstoffen; Baustoffe basieren auf Kunst- und Verbundwerkstoffen; viele biologische Produktionsprozesse sind etabliert. Man setzt auf: Optoelektronik, Miniaturisierung, Stromspeicher, Biokraftstoffe, Prozess- und Gebäudebetriebs-, Netzoptimierung, Photovoltaik, mit IT verbesserte Verkehrsinfrastruktur, CO2-Abscheidung und -speicherung.

Papiernahe Ideen bis 2030

  • Funktional ausgerüstete Zwischenwände aus faserbasierten Werkstoffen übernehmen Geruchsabsorption, Schallschutz und haben antibakterielle Eigenschaften.
  • Außenfassaden aus witterungsresistentem Papier als Trägermaterial integrierter Photovoltaik-Module.
  • Thermoputz aus wärmedämmenden Papierkugeln für Außenfassaden zur Isolierung bzw. als Schüttung für Boden- oder Wand-Dämmung.
  • Feuerbeständige Papierwolle zur Isolierung, Wärmedämmung oder als (Teil-) Brandwand in Gebäuden.
  • Gasspeicherung z. B. durch poröse Substanzen wie Metallic Organic Frameworks als Papierfüllstoff.
  • Papierfaserverstärkter Beton für höhere Lebensdauer und Gewichtseinsparung
  • Vorteile: durch bedarfsgerechte Funktionalisierung erhält z.B. Baugewerbe neuartige Isolationsmaterialien, stromerzeugende, wärmedämmende Fassaden, energiesparende Klimatisierungslösungen.

Papierferne Ideen

  • Biologisch–physikalisch aktive Architektur bietet ressourcenschonend Komfort, Gesundheit und Erholung.
  • Autarke Gebäude: Energie-, Wärme-, Wasserversorgung und Nahrungsmittelproduktion gesichert.
  • Strahlenschutz: Abwehr von Lärm, Smog, UV, Feinstaub, und Ozon, Umwandlung in ungefährliche Stoffe durch aktive Oberflächen.
  • Jahreszeiten-aktive Gebäude: luftdurchlässige, isolierende Fenster und Hauswände.
  • Aktiver Anti-Schall: Nutzung von Interferenz-Prinzipien zur Lärmbekämpfung in Räumen.
  • Klimaschutz: neuartige Fassadenbegrünung, mit Pflanzen überwölbte Straßen.